Mit geringem Aufwand Schach besser verstehen. Interessant für alle, denen sportliches Training zu anstrengend oder zu zeitaufwändig ist.

SCHACH BESSER VERSTEHEN

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Ein außergewöhnlicher Anblick und noch berühmter als alle Schachpartien: Die "Mona Lisa" im Louvre in Paris.
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Schach an der Schnittstelle von Kultur, Wissenschaft, Sport und Spiel

Schachtraining beschäftigt sich per Definition mit der Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit.

Nicht zuletzt aufgrund seiner Komplexität, der weltweiten Verbreitung und der mehr als tausendjährigen Geschichte ist diese sportliche Komponente aber nur ein Teil des "Königlichen Spiels".

Schach steht im Mittelpunkt berühmter literarischer Werke, beispielsweise in der "Schachnovelle" von Stefan Zweig. Einzelne Künstler, allen voran der Wegbereiter des Dadaismus und Surrealismus Marcel Duchamp haben in ihren Arbeiten Schachmotive verwendet und waren nicht nur begeisterte Spieler, sondern erreichten auch selbst eine beachtliche Spielstärke.

Das berühmte Damenproblem: Wie kann man acht Damen auf einem Schachbrett so aufstellen, dass sie einander nicht bedrohen. Insgesamt gibt es 92 verschiedene Möglichkeiten.

Viele weitere Beispiele für die kulturelle Verbreitung von Schach lassen sich finden: "Harry Potter und der Stein der Weisen" als Film, das Musical "Chess", komponiert von den männlichen Mitgliedern der schwedischen Popgruppe ABBA, in der Mathematik das Damenproblem, ja sogar als Wappenfiguren finden sich Schachmotive.

Wenn sportliches Training nicht in Frage kommt: Schach als Spiel

Schach besser zu verstehen kann Freude machen, etwa um Meisterwerke nachzuspielen oder hilfreich sein, etwa um die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit zu steigern.

Im sportlichen Sinn zu trainieren, Meisterschaftspartien oder Turniere zu spielen ist in der Regel mit einigem Aufwand verbunden und kann manchmal sogar ein bisschen stressig werden. Das ist also mit gutem Grund nicht jedermanns Sache.

Wem das Studium von Eröffnungsvarianten sowie Mittel- und Endspieltheorie zu anstrengend oder zu zeitaufwändig ist, kann mit relativ geringem Einsatz dennoch ein gutes Grundverständnis für Schach erwerben.

Berühmte Partien nachspielen

Die Schachgeschichte kennt viele berühmte Meisterwerke, deren Nachspielen ähnlichen ästhetischen Genuss bereiten kann wie etwa die Betrachtung eines Kunstwerks.

Manche dieser Partien tragen sogar eigene Namen, wie etwa "Die Unsterbliche", gespielt zwischen Anderssen und Kieseritzky 1851 in London oder "Die Immergrüne", ausgetragen in Berlin 1852 zwischen Anderssen und Dufresne.

Die beste Partie der Welt?

Das wäre wie eine Entscheidung zwischen Leonardo da Vinci's "Mona Lisa" oder Rembrandts "Nachtwache" oder Munch's "Schrei" oder ...

In der Spalte rechts sind die entscheidenden Züge der Partie Garry Kasparov gegen Veselin Topalov, Wijk aan Zee 1999 zu sehen. Die schwarze König wird unter Opfer mehrerer Figuren über das ganze Brett getrieben. Die Partie gilt als eine der besten in der Schachgeschichte.

Die meistkommentierte Partie der Welt

Das Diagramm zeigt die entscheidenden Züge einer der außergewöhnlichsten Partien der Schachgeschichte, Garry Kasparov gegen Veselin Topalov, Wijk aan Zee 1999.

Detaillierte Analysen sind im Internet leicht zu finden, würden aber hier den Rahmen sprengen.

Eine Partie als Kunstwerk

Der damalige Weltmeister startete mit dem phantastischen Turmopfer 1.Txd4. Hätte Topalov dieses Opfer mit 1. ... Kb6 abgelehnt, hätte er die Partie vielleicht nicht verloren, der Schachwelt wäre aber ein unglaubliches Juwel verborgen geblieben.

Weiß am Zug
Schachdiagramm aus der berühmten Partie Kasparov-Topalov, Wijk aan Zee 1999.








Die Partie nahm folgenden Fortgang:

1. ... cxd4 2.Te7+ Kb6
(Auf 2. ... Dxe7 gewinnt 3.Dxd4+.)
3.Dxd4+ Kxa5 4.b4+ Ka4 5.Dc3
(5.Ta7 gewinnt sicher.)
5. ... Dxd5 6.Ta7 Lb7
(Auf 6. ... Td6 entscheidet 7.Kb2 mit der Idee Db3+.)
7.Txb7 Dc4 8.Dxf6 Kxa3
(Viel besser ist 8. ... Td1+.)
9.Dxa6+ Kxb4 10.c3+ Kxc3 11.Da1+ Kd2 12.Db2+ Kd1 13.Lf1 Td2 14.Td7 Txd7 15.Lxc4 bxc4 16.Dxh8 ... 1-0.

Weiß hat das geopferte Material mit Zinseszinsen zurückgewonnen und dabei den gegnerischen König übers ganze Brett gejagt.

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