Die Betrachtung einer Stellung aus dem Blickwinkel der Symmetrie kann Ihnen helfen, mit geringem Aufwand zusätzliche Lösungsansätze zu finden.

TAKTIKTRAINING

Beispiel

Taktiktraining

Weiß am Zug
Schachdiagramm
Weiß gewinnt

Ein Beispiel zur Zugreihenfolgen­symmetrie: Der Weg zur Lösung könnte in etwa so aussehen

Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick. Stellen Sie als Erstes das Materialverhältnis fest.

Sie sehen, dass Weiß einen Turm weniger hat. Zudem ist der Se4 gefesselt und bedroht.

Welche motivtheoretischen Ideen kommen in Frage?

Sehen Sie das Motiv nicht sofort, beginnen Sie Ihre Überlegungen mit Schachgeboten, weil Ihr Gegenüber darauf zwingend reagieren muss.

Das führt Sie zu den Zügen 1.Sf6+ und 1.Lxf7+. Beginnen Sie zu rechnen, scheitert 1.Sf6+ an 1. ... Dxf6 und 1.Lxf7+ an 1. ... Dxf7 während nach 1. ... Kxf7 2.Sd6+ dem Einschlag Erfolg beschieden wäre.

Bevor Sie sich nun nach anderen Zügen wie 1.f3 umsehen, was wegen des Materialnachteils verlieren würde, macht es Sinn, nach Symmetrien Ausschau zu halten.

Beispiel

Taktiktraining

Weiß am Zug
Schachdiagramm








Auf diese Weise kommt die Zugreihenfolgensymmetrie ins Spiel. Was würde passieren, wenn Sie die Züge 1.Lxf7+ und 1.Sd6 vertauschen?

1.Sd6 Dxc2 Auf 1. ... Df6 gewinnt 2.Sxe8.

2.Lxf7+ Kh8 Um das Beispiel lösen zu können, ist es sehr hilfreich, wenn Ihnen nun das Motiv der seltenen Mattstellung mit Se8, Lf7 und Lg7 geläufig ist.

3.Sxe8 Dxf2 Eine letzte Falle und ein gutes Beispiel dafür, dass eine Partie erst nach Matt oder Aufgabe wirklich entschieden ist, denn 4.Txf2 Ta1+ würde angesichts der schwachen Grundreihe den Spieß noch umdrehen.

4.Lg7 matt.

Motivtheoretisch gesehen war der Se4 nicht wirklich gefesselt. Im Fachjargon spricht man von einer unechten Fesselung.

Achten Sie beim Taktiktraining auf verschiedene Formen der Symmetrie.