Erfolg versprechendes Eröffnungstraining sieht die ersten Züge als richtungsgebende Bausteine im Gesamtkonzept einer Schachpartie.

ERÖFFNUNGSTRAINING

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Welche Eröffnungen und Stellungsbilder sind für mich optimal? Viel versprechende Ergebnisse finden durch methodisches Vorgehen.
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Chancenreich in die Partie starten

Die Eröffnung beginnt mit dem ersten Zug und endet nach der Entwicklung der Figuren.

Im Idealfall können diese einleitenden Züge der Partie eine gewisse Richtung geben und ermöglichen dadurch eigene Vorlieben auszuspielen.

Die richtige Wahl der Eröffnung

Die Eröffnungswahl sollte auf objektive Stärken und Schwächen achten. Für jemanden, der taktische Verwicklungen weniger mag, ist Königsgambit wahrscheinlich nicht das Richtige.

Manchmal entsteht auch das Problem, dass eine bestimmte Variante gegen Stärkere gut funktioniert, nicht aber gegen Schwächere oder umgekehrt.

Auf Stellungsbilder achten

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Eröffnungsvarianten sind die sich daraus ergebenden Stellungsbilder.

Nehmen wir als Beispiel eine Vorliebe für eine Bauernstruktur mit isoliertem Bauern an. Es ist mit beiden Farben möglich, sein Repertoire so zu gestalten, dass sich eine größere Wahrscheinlichkeit für diese Struktur ergibt.

Sinnvoll ist dabei auch darauf zu schauen, wie sich Strukturen verändern können. So kann aus einem isolierten Bauern durch Abtausch von Figuren leicht ein "Keilbauer" oder ein "hängendes Zentrum" entstehen.

Repertoire erstellen

Hat man sich für bestimmte Eröffnungen entschieden, gilt es daraus ein Repertoire zu formen.

Dieses systematische Zusammenstellen von Varianten - auch wenn es zu Beginn gar nicht so viele sind - erlaubt eröffnungstheoretische Probleme besser zu erkennen und zu lösen. Wichtig ist auch auf Zugumstellungen zu achten, damit das eigene Repertoire nicht durch verschiedene Zugreihenfolgen ausgetrickst werden kann.

Grundsätzlich gilt: Wo Wissen ist, kommt leichter neues Wissen dazu und man scheitert nicht immer wieder an den gleichen Fehlern.

Wo Wissen ist, kommt leichter neues Wissen dazu, dennoch eine lückenlose Eröffnungsvorbereitung ist unmöglich.

Perfektionismus gilt es zu vermeiden. Eine vollkommen lückenlose Vorbereitung gibt es nicht, wohl aber, dass man sich von zu vielen Varianten erschlagen fühlt und die Flinte ins Korn wirft.

Auswendig lernen oder verstehen?

Beides ist notwendig. Lernt man Varianten nur auswendig und versteht zu wenig, warum welche Züge sinnvoll sind, ist es schwierig, auf unweigerlich in jeder Partie auftretende neue Situationen vernünftig zu reagieren.

Versteht man den Sinn einzelner Züge gut, kennt aber nicht genügend konkrete Varianten oder diese nur lückenhaft, wird man vor allem in schärferen Stellungen, die sich mit Allgemeinwissen nicht so leicht beurteilen lassen, unliebsame Überraschungen erleben.

Eröffnungszüge verstehen
Strategische Motivtheorie

Versteht man worauf es ankommt, kann man ganz gut einschätzen, ob ein Zug vernünftig ist oder nicht.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthemen Eröffnungstraining und Verständnis.
    Beispiel 1

    Das Diagramm zeigt die Ausgangsstellung einer sehr traditionsreichen Eröffnung, der sogenannten "Schottischen Partie", die diesen Namen schon seit 1824 trägt.

    Warum sind die Züge 4. ... Lc5, 4. ... Sf6 oder 4. ... Df6 bei Schwarz sehr beliebt, während der Abtausch 4. ... Sxd4 in der Großmeisterpraxis kaum vorkommt?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthemen Eröffnungstraining und Verständnis.








    Weil der schwarze Einfluss im Zentrum durch die Züge 4. ... Lc5, 4. ... Sf6 oder 4. ... Df6 verbessert, durch den Abtausch auf d4 hingegen verschlechtert wird.

    In der Diagrammstellung haben sowohl der Sd4 als auch der Sc6 Einfluss im Zentrum. Durch den Abtausch auf d4 verschwindet der schwarze Einfluss, weil der Druck des Sc6 aufs Zentrum verloren geht.

König in der Mitte
Taktische Motivtheorie

Bleibt der König unrochiert in der Mitte, kann er von allen Seiten angegriffen werden. Nach der Rochade steht er am Rand wesentlich sicherer.

Tatsächliche oder vermeintliche Eröffnungsfallen zu kennen lohnt sich.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthemen Eröffnungstraining und Varianten.
    Beispiel 2

    Handelt es sich um eine Eröffnungsfalle oder ein zu optimistisches Figurenopfer?

    Kann Weiß es sich erlauben den Läufer auf b4 zu schlagen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthemen Eröffnungstraining und Varianten.








    Nein. Richtig ist 1.fxe3 mit etwa gleichen Chancen.

    Im Fall von 1.Lxb4 entscheidet 1. ... exf2+ 2.Ke2 fxg1S+ [Vermeidet den Abtausch auf d8.] 3.Ke1 Dh4+. Eine Eröffnungsfalle aus Albins Gegengambit.

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