Schach effizient trainieren: Wie es gelingt das eigene Leistungsvermögen mit geringem Aufwand deutlich zu verbessern.

SCHACH TRAINIEREN

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Abwechslungsreichtum ist ein Markenzeichen für qualitativ hochwertiges Training. Aus der Lernforschung wissen wir: Nichts ist für das Gehirn schlimmer als Langeweile.
Taktik­training
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Sich mit Schach beschäftigen ist nicht Schach trainieren

Eine Partie nachspielen, in Schachzeitungen blättern, ein bisschen im Internet blitzen. Sich mit Schach zu beschäftigen kann sehr vergnüglich sein. Die Erwartungen, dadurch auch spielerisch stärker zu werden, erfüllen sich aber leider häufig nicht oder nicht im erhofften Ausmaß. Der Grund dafür: Sich mit Schach beschäftigen und Schach trainieren sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Qualitativ hochwertiges Training

Das Ziel besser zu spielen lässt sich mit qualitativ hochwertigem Training wesentlich leichter erreichen. Dabei ist entscheidend einen klar umrissenen Trainingsinhalt nach dem Training besser zu verstehen als vorher. Bloßes Anschauen von Partien oder Blitzen im Internet hilft dabei kaum.

Für eine deutliche Steigerung der Spielstärke ist in der Regel die konkrete analytische Arbeit in mehreren schachlichen Bereichen erforderlich. Je nach Zielsetzung kann es aber auch sinnvoll sein nur einzelne Themen zu trainieren.

Qualitativ hochwertiges Training hilft zugleich Entscheidungs­findungen zu optimieren, etwa ob man Entscheidungen eher nach logischen oder eher nach intuitiven Gesichtspunkten trifft.

Individuell konzipiertes Training

Es gibt nur wenig wissenschaftlich belastbares Material über Schachtraining. Deshalb findet man so viele oft deutlich voneinander abweichende allgemeine Empfehlungen. So gehen beispielsweise die Ratschläge, einen bestimmten Prozentsatz der Trainingszeit für ein bestimmtes Thema aufzuwenden, weit auseinander.

Individuell konzipiertes Training ermöglicht diese groben Richtlinien zu verfeinern und sie auf den Einzelfall optimal anzupassen, geht aber auch ganz gezielt auf Stärken und Schwächen, Begabungen, spezifische Denkmuster und persönliche Vorlieben ein.

Individuell konzipiertes Training geht ganz gezielt auf Stärken und Schwächen, Begabungen, spezifische Denkmuster und persönliche Vorlieben ein.

So mögen manche Spieler und Spielerinnen etwa taktische Stellungen lieber als positionelle, andere wiederum bevorzugen langwierige Endspiele oder ausgefallene Eröffnungsvarianten.

Zentrale Trainingsthemen: Motive und Rechnen

Die Fähigkeit am Brett richtige Entscheidungen zu treffen ist untrennbar verbunden mit der Kenntnis motivtheoretischer Vorbilder. Motive können taktischer oder strategischer Natur sein und kommen in allen Partieabschnitten vor. Motivstudium ist für die Steigerung der Spielstärke unerlässlich.

Ebenso wichtig ist das Training von Rechentechnik und Vorstellungsvermögen, um am Brett nicht an der für die Umsetzung der Motive erforderlichen Varianten­vorausberechnung zu scheitern.

Spaß am Trainieren

Nur wer sich die Freude am Training und die Neugier an neuen Beispielen bewahrt, wird langfristig erfolgreich sein.

Ausreichend Pausen sind wichtig, denn unser Gehirn läuft lieber Sprints als Marathons.

Eine große Hilfe dabei ist abwechslungsreiches Training, denn spannende Dinge merkt man sich leichter.

Training planen

Natürlich ist es eine Möglichkeit, einfach drauflos zu trainieren. Vernünftiger und bei weitem Erfolg versprechender ist es aber das Training zu planen.

Als erstes gilt es die bisher gespielten Partien genauer unter die Lupe zu nehmen. Das erlaubt Rückschlüsse auf Stärken und Schwächen des eigenen Spiels.

Dann stellt sich die Frage, wie viel Zeit kann und will man für Schach aufwenden und wie soll man das beschränkte Zeitkontingent bestmöglich nutzen.

Am Schluss ist eine grobe Trainingsplanung sinnvoll, grob deshalb, weil zu genaue Vorgaben dem praktischen Alltag erfahrungsgemäß nicht standhalten.

Trainingsthema matt setzen
Taktische Motivtheorie

Eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Mattangriff ist das Studium von Mattmotiven.

  • Weiß/Schwarz am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema matt in zwei Zügen.
    Beispiele 1 und 2

    Im Diagramm gewinnt die jeweils am Zug befindliche Seite durch Mattangriff.

    Wie kann Weiß bzw. Schwarz am Zug in jeweils zwei Zügen matt setzen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema matt in zwei Zügen.








    Weiß mit 1.Lb6+ Kxb6 2.Da5 matt
    Schwarz mit 1.Sf3+ gxf3 2.Th4 matt.

    Die Mattzüge sind zugleich der einzige sichere Gewinn für die jeweilige Seite.

Trainingsthema Übersicht

Bevor man mit einem Zug zu rechnen beginnt, macht es Sinn sich einen groben Überblick über die überhaupt in Frage kommenden Züge zu verschaffen.

Rechnet man den Auf-den-ersten-Blick-Einfall sofort genau durch und scheitert, hat man viel Zeit und Kraft verschwendet, wenn sich herausstellt, dass es eine leicht zu findende noch bessere Möglichkeit gibt.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema überraschendes Motiv.
    Beispiel 3

    Schwarz hat vier Mehrbauern aber Probleme mit seinen passiven Türmen. Der Th8 kann überhaupt nicht so leicht ins Spiel gebracht werden.

    Was soll Weiß spielen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema überraschendes Motiv.








    1.Td4. Die Dame muss e7 gedeckt halten und hat keine Felder. 1. ... Dc5 2.Td8+ Txd8 3.Dxc5 1-0

    1.Txf7+ könnte so ein Auf-den-ersten-Blick-Einfall sein, ist sehr rechenaufwendig und führt nur zu Dauerschach.

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