Drei wichtige methodische Tipps, wie Sie Motive erlernen und dadurch Erfolg versprechend Schach trainieren können.

SCHACH TRAINIEREN

Gehen Sie beim Training zielstrebig und methodisch vor, um Ihr Potential auch wirklich voll ausschöpfen zu können.

Erfolgreich trainieren durch diese drei methodischen Tipps

Erstens: vom Einfachen zum Komplexen

Der vielleicht wichtigste methodische Grundsatz beim Schachtraining überhaupt. Schach spielen ist eine Tätigkeit, bei der aufbauendes Wissen sehr gefragt ist.

Damit Sie kompliziertere Stellungen richtig einschätzen können, sind grundlegende Kenntnisse unerlässlich.

Nehmen wir als Beispiel ein Bauernendspiel, eine Situation also, bei der neben den beiden Königen nur mehr Bauern am Brett sind.

Wenn Sie eine Stellung mit König und einem Bauern gegen König nicht richtig einschätzen können, ist es für Sie ungleich schwieriger, eine Stellung mit beidseitig noch mehreren Bauern am Brett richtig einzuschätzen.

Kommen weitere Figuren hinzu, ist zunehmend komplexeres Wissen gefordert. Dabei wird es nicht zwingend schwieriger, aber eben umfangreicher.

Zweitens: vom Bekannten zum Unbekannten

Nehmen wir wieder unser Endspiel König und Bauer gegen König.

Haben Sie verstanden, welchen Unterschied es macht, ob der König vor, seitlich oder hinter seinem Bauern steht, ist es sinnvoll, sich Beispiele anzusehen, bei denen die Könige vom Bauern weiter entfernt sind.

Dadurch fällt es Ihnen auch leichter, sich neue Motive zu merken.

Versuchen Sie aber, sich breit aufzustellen und im Einzelfall nicht zu sehr ins Detail zu gehen.

Weiß zieht und hält remis.
Die verblüffendste Fassung der berühmten
Reti-Studie, 1928 veröffentlicht.

Es mag für Sie spannend sein, bringt Ihnen aber für Ihr eigenes Spiel nicht übermäßig viel, wenn Sie alle Feinheiten der Reti-Studie kennen, dafür aber gar nichts über die Verteidigung mit einem Bauern weniger im Turmendspiel wissen.

Drittens: vom Leichten zum Schweren

Beginnen Sie mit leichten Beispielen und versuchen Sie stets, so gut wie möglich zu verstehen, warum etwas so ist, wie es ist.

Auf diese Weise gelingt es Ihnen am besten, später auch schwierigere Beispiele zu begreifen.

Lassen Sie sich niemals entmutigen, wenn Sie etwas nicht nachvollziehen können. Denken Sie daran, dass es nicht nur Ihnen so geht.

Machen Sie Pausen. Bis zur vollkommenen Erschöpfung zu trainieren, ist nur in ganz seltenen Ausnahmefällen eine gute Idee.

Schach methodisch trainieren

Endspiel: vom Einfachen ...

Im Endspiel beginnt das Training mit ganz wenigen Figuren.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm
    Beispiel 1

    König und Bauer gegen König. Grundlagentraining mit geringstmöglicher Materialverteilung.

    Einen Freibauern zu bilden und ihn zur Dame zu führen, ist eines der wichtigsten Ziele im Endspiel.

    Gelingt die Umwandlung des Bauern in eine Dame oder endet die Partie remis?

  • Lösung
    Schachdiagramm








    Weiß gewinnt, indem er den König so vor seinen Bauern bringt, dass Schwarz nicht die Opposition erreichen kann.

    Weiß braucht stets drei Züge, um nach d4, c4 oder b4 zu kommen. Schwarz braucht nach d6 (über d7) und c6 jeweils drei Züge, nach b6 aber vier.
    Deshalb: 1.Kc2 Ke7 2.Kb3 Kd6 3.Kb4 Kc6 4.Kc4 Kb6 5.Kd5 1-0.

Wenn Sie Schach trainieren, überlegen Sie sich immer: warum ist das so?

In unserem Beispiel ist verblüffend, dass es tempomäßig keinen Unterschied macht, ob sich der weiße König diagonal oder entlang einer geraden Linie bewegt.

Anders als bei der mathematischen Betrachtung eines Quadrats, sind die Seiten und Diagonalen eines Schachbretts gleich lang.

... zum Komplexen

Dabei kommen auch immer wieder neue motivtheoretische Themen ins Spiel.

Ein komplexeres und schwierigeres Beispiel zum Thema Bauernendspiel.

Ein noch komplexeres und noch schwierigeres Beispiel zum Thema Bauernendspiel mit vielen motivtheoretischen Themen auf einmal.