Für alle, die fast gar nicht trainieren, aber trotzdem sofort ein bisschen besser spielen möchten.

SCHACHTIPPS

Der schachliche Erste-Hilfe-Koffer hilft Ihnen, typische Fehler zu vermeiden.

Einige Tipps, die Sie gut ins Spiel bringen

Entwickeln Sie Ihre Figuren

Wenn Sie Ihre Figuren als Erster entwickelt haben, können Sie auch als Erster angreifen.

Figuren, die nicht entwickelt sind, haben vergleichsweise geringe Wirkung und weniger Bewegungsmöglichkeiten.

Ziehen Sie in der Eröffnung nicht mehrmals mit der selben Figur

Das kostet Zeit und schadet der Entwicklung.

Bringen Sie Ihren König durch Rochade in Sicherheit

Wenn Sie nicht rochieren oder Ihr Rochaderecht verloren haben, wird Ihr König wahrscheinlich in der Mitte stehen bleiben (müssen). Dadurch kann er von mehreren Seiten angegriffen werden.

Haben Sie hingegen rochiert, kann Ihr König nur auf dem Flügel angegriffen werden, auf den Sie rochiert haben.

Zudem verbindet die Rochade die Türme.

Versuchen Sie, Kontrolle über das Zentrum zu erlangen

Das gelingt Ihnen mit Zentrumsbauern oder mit Figuren. Stehen Ihre Springer auf c3 und f3 haben sie mehr Einfluss auf das Zentrum, als wenn sie auf h3 oder a3 stehen.

Grundsätzlich gilt, je mehr (wichtige) Felder Ihre Figuren kontrollieren, desto besser.

Auch wenn Sie auf einem Flügel einen Mehrbauern haben, kann es Sinn machen dort zu spielen, um sich einen Freibauern zu verschaffen.

Achten Sie auf Ihre Bauernstruktur

Doppelbauern und vereinzelte oder rückständige Bauern können unter Umständen schwach werden.

Ziehen Sie Ihre beiden Randbauern nur mit gutem Grund

Randbauernzüge kosten Zeit, die Ihr Gegenüber zur Entwicklung nutzen kann. Dadurch können Sie rasch in Entwicklungsrückstand geraten.

Leicht zu merken, weil die aufgezogenen Randbauern von manchen scherzhaft auch als "Eselsohren" bezeichnet werden.

Randbauernzüge können auch Ihre Königsstellung schwächen.

Achten Sie bei Abtausch auf die Aktivität Ihrer Figuren

Vor dem Abtausch haben sowohl Ihre als auch die gegnerische Figur Einfluss am Brett. Wenn Sie tauschen, nimmt eine andere gegnerische Figur Ihre Figur zurück und Sie verlieren Einfluss.

Warum es mit ganz allgemeinen Schachtipps nicht so einfach ist

Mein Tipp, den König durch Rochade in Sicherheit zu bringen

An diesem Tipp ist natürlich was dran, denn der König ist in der Mitte leichter anzugreifen als am Rand und auch die Türme werden verbunden.

Gerade bei Spielern und Spielerinnen mit weniger Erfahrung gehen viele Partien verloren, weil Sie nicht rochiert haben.

Dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Denn sieht man, auf welchen Flügel Sie rochiert haben, kann man dort auch mit Bauern auf Sie losgehen und vielleicht Ihre Rochadestellung zertrümmern.

Zu beurteilen, ob rasches Rochieren also richtig oder falsch oder doch zumindest gefährlich ist, ist viel komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht.

Schachtipps sind deshalb in hohem Maß von der Spielstärke und vom individuellen Verständnis abhängig.

Aber sogar mit der Spielstärke ist das so eine Sache

Bevor Sie beispielsweise ein Schachbuch oder eine DVD kaufen, werden Sie bestimmt wissen wollen, ob der jeweilige Inhalt auch zu Ihrer Spielstärke passt.

Dieses Problem wird meistens damit gelöst, dass Spieler und Spielerinnen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Weit verbreitet ist etwa die Einteilung in Anfänger, Fortgeschrittene und Vereinsspieler. Oder ein Buch wird ab und bis zu einer gewissen Elo-Zahl empfohlen.

Schach setzt sich aber aus vielen verschiedenen Teilbereichen zusammen. Dazu gehören Taktik, Strategie, Eröffnung oder Endspiel, um nur einige zu nennen. Ihre Elo-Zahl, wenn Sie überhaupt eine haben, ist nur ein statistischer Durchschnittswert dazu.

Weil das Verständnis für diese einzelnen Teilbereiche selten gleich ist und die Spielstärkeübergänge überdies fließend sind, ist für Sie das Feststellen Ihrer eigenen aktuellen Spielstärke vielleicht gar nicht so einfach.

Praktische Schachtipps

Zeitverlust vermeiden

Versuchen Sie, nicht in Entwicklungsrückstand zu kommen.

Weiß am Zug
Schachdiagramm








Weiß entwickelte sich mit 1.Sc3.

Schwarz hätte sich nun ebenfalls entwickeln sollen. Gut gewesen wäre beispielsweise 1. ... Sf6.

Stattdessen zog er mit 1. ... Lh5 schon wieder mit seinem Läufer.

Nun folgte 2.Sxe5. Schwarz hätte nun mit 2. ... dxe5 den Springer nehmen und sich nach 3.Dxh5 mit Verlust des Bauern e5 abfinden können.

Stattdessen zog er ein drittes Mal mit dem Läufer und schlug die Dame. Nach 2. ... Lxd1 wurde er mit 3.Lxf7+ Ke7 4.Sd5 mattgesetzt.

Ein abschreckendes Beispiel, durch das man sich leicht merken kann, dass man in der Eröffnung nur mit gutem Grund mehrmals mit der selben Figur ziehen soll.

Bauernschwächen

Bei Bauernschwächen in der Nähe des Königs muss man besonders aufpassen.

  • Schwarz am Zug
    Schachdiagramm
    Beispiel 2

    Durch den weißen Doppelbauern hat sich die h-Linie gefährlich geöffnet.

    Wie kann Schwarz das ausnützen?

  • Lösung
    Schachdiagramm








    Mit 1. ... Th1+.

    Auf 2.Kxh1 entscheidet 2. ... Lxf2 3.beliebig Th8 matt