Simultanschach und Uhrenhandicap sind spannende Veranstaltungen mit vielseitigen und überraschenden Trainingsmöglichkeiten.

SIMULTAN SCHACH

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Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich mit der Anzahl der Bretter, die man gleichzeitig zu überblicken hat.
Partien­analyse
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Was ist Simultanschach?

Bei einer Simultanvorstellung spielt ein Spieler oder eine Spielerin auf mehreren Brettern gleichzeitig gegen viele andere. Werden dabei auch Schachuhren benutzt, spricht man von einem Uhrenhandicap.

Im Head-to-Head wohl eher chancenlos, verbessern die für jeden Zug längere Bedenkzeit und die Konzentration auf nur eine einzige Partie die Erfolgsaussichten.

Simultanspiel als Erlebnis

Simultanveranstaltungen bieten eine gute Gelegenheit, sich einmal mit viel besseren oder sogar berühmten Spielern oder Spielerinnen zu messen.

Besonders spannend und lehrreich können gemeinsame Analysen nach der Partie sein.

Simultan als Trainingsform

Bei geringem Spielstärkeunterschied gibt es bei sogenannten Trainingssimultans auch die Möglichkeit, gegen nur zwei oder drei Personen gleichzeitig anzutreten. Möchte man bestimmte Eröffnungen üben, kann man diese wie bei einem Thementurnier vorgeben.

Eine besondere Herausforderung: Blindsimultan

Extreme Anforderungen an die Vorstellungskraft stellt das Simultanspiel ohne Ansicht der Bretter und Figuren. Die Spitzenleistungen liegen bei über 40 gleichzeitig gespielten Partien gegen allerdings nicht allzu starke Spieler und Spielerinnen.

Seltener sind Blindsimultanvorstellungen gegen eine vergleichsweise starke Simultangegnerschaft.

1985 spielte Garry Kasparov in Hamburg ein Blindsimultan-Uhrenhandicap gegen zehn starke Gegner mit einer Bedenkzeit von eineinhalb Stunden für 40 Züge und einer zusätzlichen halben Stunde zum Ausgleich des Zeitverlusts bei der Zugübermittlung durch Boten. Kasparov gewann 8 Partien, 2 endeten remis.

Außergewöhnliche historische Ereignisse

Zum Abschluss der Schacholympiade in Havanna 1966 gab es eine Simultanvorstellung der Olympiateilnehmer an 6840 Brettern.

1982 spielte Robert Hübner blind gegen sechs Spieler aus der Ersten Deutschen Bundesliga vom Hamburger Schachklub. Er gewann vier Partien und remisierte zwei.

1985 spielte Garry Kasparov als Vorbereitung für seinen zweiten WM-Kampf gegen Anatoly Karpov simultan gegen 32 der damals stärksten Schachcomputer. Er gewann alle Partien.

Zsuzsa Polgar spielte im Juli 2005 in Palm Beach 326 Partien in mehr als 16 Stunden, wobei sie über 300 Partien gewann und nur drei verlor.

2009 spielte Morteza Mahjoob 500 Partien in 18 Stunden, 2010 Alik Gershon 523 Partien in 19 Stunden und 2011 Ehsan Ghaem Maghami 604 Partien in 25 Stunden.

Trainingsthema Simultanspiel

Je unübersichtlicher und verwickelter die Stellungen beim Simultan werden, desto größer werden auch die Chancen der einzelnen Spieler und Spielerinnen.

  • Weiß/Schwarz am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Simultanschach und Taktik.
    Beispiele 1 und 2

    Zwei verschiedene Aufgaben simultan in einem Diagramm.

    Die am Zug befindliche Seite kann die Partie für sich entscheiden.

    Wie soll Weiß bzw. Schwarz jeweils fortsetzen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Simultanschach und Taktik.








    Weiß am Zug gewinnt mit 1.Tg7+.
    Nach 1. ... Kh8 2.Txh7+ Txh7 3.Lxe5+ dxe5 4.Dxc4 geht die schwarze Dame verloren. Keinen Unterschied macht 1. ... Kxg7 2.Lxe5+ dxe5 3.Dxc4.

    Schwarz am Zug gewinnt mit 1.Sf3+.
    Und weiter mit 2.gxf3 Tg5+ 3.Kh1 Dxf1 matt.

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