Vor- und Nachteile von Schachseminaren im Vergleich zu individuell konzipiertem Training. Tipps für die richtige Wahl eines Schachseminars.

SCHACH­SEMINARE

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Als Seminarthema wohl nur für einen kleinen Personenkreis wirklich spannend: der Gauß-Angriff in der Leisebein-Verteidigung des Winckelmann-Reimer-Gambits in der Französischen Eröffnung.
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Schachseminar als Synonym zu Schachtraining

Unter dem Begriff Schachseminar wird üblicherweise Schachtraining mit mehreren Personen auf einmal verstanden. Häufig handelt es sich dabei um Vorträge, die ein breiteres Publikum ansprechen. Es gibt aber auch Seminare mit Workshop-Charakter, bei denen etwa Ausspielstellungen geübt werden können.

Vorzüge individuell konzipierten Trainings

Bei Schachseminaren liegt es in der Natur der Sache, dass das Eingehen auf spezielle Wünsche, Vorlieben und Interessen einzelner Spieler und Spielerinnen sehr schwierig ist.

In dieser Hinsicht bietet individuelles Training klar die besseren Möglichkeiten. Im Einzeltraining kann ganz gezielt auf Stärken und Schwächen, Begabungen, spezifische Denkmuster und persönliche Vorlieben eingegangen werden. So mögen manche Spieler und Spielerinnen etwa taktische Stellungen lieber als positionelle, andere wiederum bevorzugen langwierige Endspiele oder ausgefallene Eröffnungsvarianten. Details unter Schachtraining.

Ein Schachseminar kann für all jene das Richtige sein, die gerne in geselliger Gemeinschaft trainieren und sich über ihre eigenen Trainingserfahrungen mit anderen austauschen möchten. Selbstverständlich ist auch die Kombination von Schachseminaren und individuellem Training möglich.

Was wird vorgetragen?

Um unerwarteten Ereignissen vorzubeugen ist es wichtig, sich über das jeweilige Seminarthema genau zu informieren, denn gar nicht selten werden Themen nur mit einem mehr oder weniger dramatischen Einzeiler umrissen. Allgemein gehaltene Überschriften können hier für allerlei Überraschungen gut sein.

Beispielsweise kann ein Seminar mit dem Titel "Aktuelle Eröffnungstheorie in der Französischen Verteidigung" ganz allgemein über neue und interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet informieren und so ein breites Publikum ansprechen, genauso aber mit einer detaillierten Abhandlung der letzten Neuerung im Gauß-Angriff der Leisebein-Verteidigung des Winckelmann-Reimer-Gambits nur für einen sehr kleinen Personenkreis interessant sein.

Ebenso ist das Wissen um die richtige Verteidigung im Endspiel "Turm und Bauer gegen Turm" grundsätzlich recht nützlich, während seltene Acht-Steine-Mattführungen nicht unbedingt jedermanns Sache sind.

Handouts im Seminar

Hilfreich sind Seminarunterlagen, die das Wesentliche des Vorgetragenen enthalten. Damit ergibt sich die Möglichkeit, das eine oder andere zu Hause in aller Ruhe nochmals zu wiederholen.

Idealerweise sollten diese Handouts aus zwei Teilen bestehen. Der erste Teil wird zu Seminarbeginn verteilt und enthält alle Beispiele mit der Möglichkeit eigene Anmerkungen hinzuzufügen.

Der zweite Teil wird am Ende des Kurses ausgegeben und enthält alle Lösungen der Beispiele. So wird verhindert, dass durch viele Notizen die Aufmerksamkeit leidet.

Ideal ist, wenn die Seminarbeispiele nicht nur ausgedruckt, sondern auch per Mail elektronisch übermittelt werden.

Ideal ist, wenn die Seminarbeispiele nicht nur ausgedruckt, sondern auch elektronisch übermittelt werden, etwa als *.pgn-File per Mail oder als Download von einem Server. So kann man sie zu Hause nicht nur bequem wiederholen, sondern auch bearbeiten und speichern.

Seminardauer

Manche Seminare werden an einem einzigen Abend veranstaltet, andere an einem Wochenende oder über längere Zeiträume jeweils an einem bestimmten Tag in der Woche. Hier gilt es das Richtige zu finden.

Bei Langzeit-Seminaren sollte vor Seminarbeginn geklärt werden, was geschieht, wenn man krank wird, einmal keine Zeit hat oder das Seminar vorzeitig beenden möchte.

Demonstrationsbrett oder Beamer?

Die Verwendung eines Beamers bringt eine große Zeitersparnis im Vergleich zu einem Demobrett, denn das mühsame Aufbauen von Stellungen und das richtige Wiederzurückstellen nach Analysen ist mit einem Klick erledigt. Deshalb gelingt es in der gleichen Zeit mehr Beispiele genauer zu besprechen.

Unterschiedlich starke Spieler und Spielerinnen im Seminar

Sind die Spielstärkeunterschiede zwischen den Seminarteilnehmern und Seminarteilnehmerinnen zu groß, kann eine Folge sein, dass einige in der Gruppe den Inhalt der Präsentation kaum mehr verstehen, während andere sich langweilen.

Zu wissen, für welche Zielgruppe das betreffende Seminar gedacht ist bzw. wer noch daran teilnehmen wird, ist also durchaus vorteilhaft.

Seminarthema Endspiel
Taktische und strategische Motivtheorie

In zweischneidigen Situationen kann rasches Gegenspiel ein entscheidender Faktor sein.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachseminare mit dem Trainingsthema Freibauer.
    Beispiel 1

    Trotz des reduzierten Materials droht Schwarz mit Le3 die Partie durch Mattangriff zu entscheiden.

    Wie soll Weiß auf diese Bedrohung reagieren?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachseminare mit dem Trainingsthema Freibauer.








    Mit 1.Lc1.

    Nach 1. ... Dxc1 2.Dxc1 Lxc1 3.a5 La3 4.b6 axb6 5.a6 geht der a-Bauer zur Dame.

Seminarthema Offene Linien
Taktische Motivtheorie

Durch die Verdoppelung von Schwerfiguren auf einer offenen Linie kann man die Kontrolle über diese erlangen, wodurch sich Angriffsmöglichkeiten ergeben können.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachseminare mit dem Trainingsthema Mattangriff.
    Beispiel 2

    Weiß verfügt über die Kontrolle der g-Linie, Schwarz hat einen gefährlichen gedeckten Freibauern auf b4.

    Was soll Weiß spielen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachseminare mit dem Trainingsthema Mattangriff.








    1.Lf7 und 1-0.

    Der Läuferzug droht Dg8+ und De5+, weil die Verteidigung Df6 nun nicht mehr möglich ist.

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