Individuell konzipiertes Online Schachtraining für Spieler und Spielerinnen aller Kategorien mit dem ehemaligen österreichischen Bundestrainer Egon Brestian. Maßgeschneidert trainieren durch Analyse der persönlichen Stärken und Schwächen. Häufig gestellte Fragen (FAQ) sowie zahlreiche Diagramme mit Aufgaben.

SCHACHTRAINING BRESTIAN

Grüner Pfeil als Sprungmarke.
Egon Brestian spielt gegen Sergei Rublevsky. Olympiade in Elista: Auf Brett 1 gegen den russischen Großmeister Sergei Rublevsky
Sportliche Erfolge
Egon Brestian spielt gegen Anatoly Karpov. Blitzpartie gegen Anatoly Karpov anlässlich einer Exhibition in Wien
Egon Brestian und Eva Moser schauen in ein Schachbuch. Als Sekundant von Eva Moser bei der Frauenweltmeisterschaft in Naltschik
Trainer Biographie
Egon Brestian mit dem österreichischen Frauenolympianationalteam. Als Bundestrainer bei der Olympiade in Dresden: Die Frauen mit dem besten Ergebnis seit zwanzig Jahren
Egon Brestian steht am Rednerpult im Festsaal des Wiener Rathauses. Moderation einer Benefizgala mit Garry Kasparov im Großen Festsaal des Wiener Rathauses
Public
Events
Egon Brestian spielt simultan. Simultanspiel bei den Eurovisionsspielen der europäischen Fernsehanstalten in Schladming
Grüner Pfeil als Sprungmarke.

Maßgeschneidertes individuelles Training

Was in anderen Sportarten ganz selbstverständlich ist, wird im Schach oft vernachlässigt: die Verbesserung der eigenen Leistungsfähigkeit durch systematisches Training.

Ziel dabei ist, Stellungsprobleme in allen Partiephasen zu verstehen und lösen zu können. Eine erfolgreiche Verwirklichung dieses Ziels ist eng verknüpft mit der methodischen Arbeit in den Bereichen Taktik, Strategie, Eröffnung und Endspiel.

Aufbauend auf der Analyse des eigenen Spielstils gilt es persönliche Stärken und Schwächen zu erkennen und ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm zu erstellen. Dieses individuell konzipierte Training ermöglicht es, ganz gezielt auf Begabungen, spezifische Denkmuster und persönliche Vorlieben einzugehen.

Dabei hat sich Online-Training als die mit Abstand wirkungsvollste Trainingsform erwiesen. Dank moderner Technik spielen Entfernungen keine Rolle mehr.

Online Training
FAQ
Landkarte mit farblich markiertem Online Schachtraining in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein.
Trainieren von überall zu jeder Zeit, bequem und effizient. Trainingsbeispiele und Partieanalysen der eigenen Partien sind in Echtzeit verfügbar.

Optimal trainieren

Sich mit Schach beschäftigen ist nicht Schach trainieren. Eine nachhaltige Steigerung der eigenen Spielstärke fällt mit qualitativ hochwertigem Training wesentlich leichter. Das bedeutet, einen konkreten Trainingsinhalt nach dem Training besser zu verstehen als vorher.

Zunächst gilt es aus den bisher gespielten Partien die richtigen Schlüsse zu ziehen. Als nächstes sollte man sich darüber klar werden, wie viel Zeit man fürs Training aufwenden kann und will. Zu guter Letzt ist eine grobe Trainingsplanung sinnvoll. Diese Vorgangsweise ist bei weitem Erfolg versprechender als einfach irgendwie drauflos zu trainieren.

Abwechslungsreichtum ist ein Markenzeichen für qualitativ hochwertiges Training, denn aus der Lernforschung wissen wir: Nichts ist für das Gehirn schlimmer als Langeweile.
Eintönige, vollkommen geradlinig verlaufende Straße in karger Landschaft mit Fluchtpunkt am Horizont.
Schach trainieren

Motivtheorie und Rechenfertigkeit

Mit jedem Zug verändert sich die Stellung. Manche Stellungsprobleme lösen sich dadurch auf, andere bleiben, neue kommen hinzu.

Eine der großen Herausforderungen beim Schach ist das ständige Meistern dieser rasch wechselnden und für einen selbst meist neuen Situationen. Damit das in den eigenen Partien bestmöglich gelingt, sind zwei Themen von zentraler Bedeutung.

Zum einen die Kenntnis möglichst vieler taktischer und strategischer Motive und zum anderen die Fähigkeit der korrekten Vorausberechnung der sich durch diese Motive ergebenden Varianten.

Taktik­training
Mehrere Figuren stehen auf einem in Nebel eingehüllten Brett, der König fällt gerade um.
Im Taktikbereich kann jeder Fehltritt zu sofortigem Partieverlust führen, besonders wenn die Aussichten beim Rechnen mit zunehmender Variantentiefe immer nebelhafter werden.

Taktik und Strategie trainieren

Anders als positionelle Ungenauigkeiten können taktische Fehler den sofortigen Partieverlust nach sich ziehen, denn auch das beste Spielverständnis hilft nichts, wenn man auf einen Trick hereinfällt oder etwas übersieht.

Strategisches Spiel betrifft die mittel- und langfristige Planung und ist die Grundlage jeder Schachpartie. Ausgangspunkt für die Entwicklung strategischer Pläne ist die richtige Stellungsbeurteilung. Strategische Motive kann man ebenso erlernen wie taktische.

Strategie­training
Ein einzelner Bauer in einem Diagrammausschnitt.
Wann ist der "isolierte Bauer" ein Vorteil, wann ein Nachteil? Strategische Motivtheorie kann man ebenso erlernen wie taktische.

Eröffnungstraining

Die Eröffnung beginnt mit dem ersten Zug und endet nach der Entwicklung der Figuren. Im Idealfall können diese einleitenden Züge der Partie eine gewisse Richtung geben und ermöglichen dadurch eigene Vorlieben und Stärken auszuspielen.

Um auch wirklich chancenreich in die Partie zu starten, gilt es nicht nur herauszufinden, welche Eröffnungen zu einem passen, sondern sich auch mit den daraus ergebenden Stellungsbildern vertraut zu machen. Wichtig ist außerdem zu lernen, wie man sich im Variantendschungel gut zurecht finden kann.

Ebenfalls essentiell ist die Balance zwischen konkretem Variantenwissen und Verständnis, abhängig von der jeweiligen Eröffnung. Durch das systematische Studium von Varianten - selbst wenn es nicht viele sind - entsteht eine Sachkenntnis, die es ermöglicht, eröffnungstheoretische Probleme zu erkennen und besser zu lösen.

Welche Eröffnungen und Stellungsbilder sind für mich optimal? Viel versprechende Ergebnisse finden durch methodisches Vorgehen.
ChessBase Partieausschnitt mit Informationen zur Partie Egon Brestian gegen Judit Polgar.
Eröffnungs­training

Endspieltraining

Wenn nur mehr wenige Figuren am Brett sind, beginnt das Endspiel. Es unterscheidet sich grundsätzlich von den beiden vorhergehenden Partieabschnitten Eröffnung und Mittelspiel. Matt ist kaum mehr möglich, andere Ziele, wie etwa die Schaffung und Verwertung eines Freibauern rücken in den Vordergrund.

Am Beginn und in der Mitte einer Partie gibt es nicht selten mehrere gleichwertige Fortsetzungen. Im Endspiel hingegen liegen Sieg, Remis und Niederlage oft knapper beisammen und deshalb erfordert das Spiel in der Regel größere Genauigkeit.

Gute Endspielkenntnisse können vielfach auch bei der Wahl des richtigen Plans schon in der Eröffnung und im Mittelspiel helfen. Wer Stellungen und Verfahren kennt, an denen man sich orientieren kann, hat es auch leichter bei der Vorteilsverwertung und der Abwicklung ins Endspiel.

Zudem steigt in der Praxis bei längerer Partiedauer die Fehleranfälligkeit, weshalb selbst gleich- oder sogar schlechter stehende Endspiele noch viele Chancen bieten.

Welche Stellungen und Verfahren sollte man kennen? Wertvolle Trainingseinheiten gestalten ohne sich im Variantenlabyrinth zu verirren.
Ausschnitt von Teilen eines Schachbretts unter einem schwarzen Labyrinth.
Endspiel­training

Zeitnottraining

Zeitnot im Schach ist ein erheblicher Nachteil, der gar nicht ernst genug genommen werden kann.

Wiewohl man natürlich auch das Spielen in Zeitnot trainieren kann, ist der Begriff Zeitnottraining eigentlich nicht ganz zutreffend, denn in erster Linie sollte es darum gehen nicht in Zeitnot zu kommen, deshalb sollte es eigentlich Zeitnot­vermeidungs­training heißen.

Die Gründe können schachlicher oder mentaler Natur sein. Ursachenforschung ist angesagt.

Zeitnot­training
Hängende und bald zu fallen drohende Klappe einer Schachuhr.
Die Klappe könnte jeden Augenblick fallen. Für die einen ein Riesenschreck, für die anderen nichts Ungewöhn­liches. Objektiv gesehen ist die Fehleranfälligkeit in Zeitnot jedoch enorm.

Turniervorbereitung

Die langfristige Vorbereitung auf ein Turnier, beginnend mit dem Formulieren bestimmter Ziele und dem Erkennen von Stärken und Schwächen im schachlichen und mentalen Bereich, fällt unter das jeweilige Thema von Schachtraining ganz allgemein.

Spielt man bei einem Turnier, erfährt man in der Regel einige Stunden oder sogar einen ganzen Tag vorher gegen wen man spielt. Dieses Zeitfenster zwischen Auslosung und Partiebeginn ermöglicht sich gezielt auf sein Gegenüber vorzubereiten.

Damit das erfolgreich gelingt, bedarf es zunächst einer großen Datenbank mit einer umfangreichen allgemeinen Partiensammlung. Hat man herausgefunden was auf einen zukommt, gilt es ein Konzept zu finden, wie man darauf reagiert.

Für die Vorbereitung wichtig ist natürlich auch die Frage "Was wissen die anderen über mich?".

Ob es mit der Vorbereitung geklappt hat? Noch ist der Turniersaal leer und man weiß nicht wer welche Fallen stellen wird.
Leerer Turniersaal direkt vor Spielbeginn.
Turnier­vor­bereitung

No Sports: Schach als Spiel

Aufgrund seiner Komplexität, der weltweiten Verbreitung und der mehr als tausendjährigen Geschichte ist die sportliche Komponente nur ein Teil des "Königlichen Spiels".

Wer sich für Schach interessiert oder Schach besser verstehen möchte, muss keinesfalls vorhaben Turniere zu spielen oder im sportlichen Sinn zu trainieren. Es gibt sogar viele Gründe das nicht zu tun.

Dennoch kann ein besseres Schachverständnis Freude machen oder hilfreich sein. Beispielsweise kennt die Schachgeschichte viele berühmte Meisterwerke, deren ästhetischer Genuss beim Nachspielen ähnlich der Betrachtung eines Kunstwerks ist.

Schach steigert aber auch die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, zwei Dinge, die im Alltag und im Beruf gleichermaßen wichtig sind.

Schach besser verstehen
Bild der Mona Lisa.
Ein außergewöhnlicher Anblick und noch berühmter als alle Schachpartien: Die "Mona Lisa" im Louvre in Paris.

Schach lernen

Schach zu erlernen ist eine wunderbare Sache und einfacher als es auf den ersten Blick aussieht. Die Regeln sind gar nicht so kompliziert, wie oft gesagt wird und mit ein bisschen Zeit und Geduld stellen sich rasch Fortschritte ein.

Es ist jedenfalls nie zu spät mit dem Schachspielen zu beginnen.

Schach ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit für das Gehirn. Durch Vorausdenken und Merken von Stellungen werden verschiedene Hirnareale trainiert. Dieses Fachwissen schützt das Gehirn vor Abbauerscheinungen. Das hilft im täglichen Leben und kann sogar das Auftreten von Demenz hinauszögern.

"In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach."
(Arthur Conan Doyle)
Ausschnitt eines Schachbretts mit Vergrößerung des Königs unter einer Lupe.
Schach lernen

Schach und PC

Die Zeit, in der Schachcomputer aufgrund mangelnder Spielstärke belächelt wurden, ist längst vorbei. Durch die Bewertung von Abermillionen von Stellungen pro Sekunde ist die Maschine dem Menschen mittlerweile haushoch überlegen. Weltweit angelegte Datenbanksammlungen enthalten mehrere Millionen Partien.

Dazu kommen wissenschaftliche Forschungsprogramme, die mit wenigen Figuren fehlerlos spielen. Mithilfe sogenannter "Tablebases" sind sie in Bruchteilen von Sekunden in der Lage anzuzeigen, wie viele Züge es bis zum Matt dauert bzw. ob man überhaupt gewinnen kann.

Für das praktische Training ergibt sich dadurch das Problem, dass die Fülle an Trainingsmaterial und Möglichkeiten eine vernünftige Auswahl enorm erschwert.

Schach­training mit PC
Studie mit Tablebase-Lösung auf dem Bildschirm eines Notebooks.
PCs spielen heute um Lichtjahre besser als der Mensch, mit bis zu sieben Steinen auf dem Brett sogar perfekt.

Taktik als wichtigstes Element im Schach

Im taktischen Bereich lauert die Gefahr auf Schritt und Tritt. Jeder Zug kann sofort über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Taktik begegnet uns immer und überall, nicht nur bei scharfem Spiel. Sehen wir uns zwei Beispiele an:

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Taktiktraining und Doppelangriff.
    Beispiel 1

    Vieles spricht für remis: Das materielle Gleichgewicht, die ähnliche Aktivität der weißen und schwarzen Figuren, die symmetrische Bauernstruktur und nicht zuletzt die ungleichfarbigen Läufer.

    Ist die Stellung tatsächlich völlig ausgeglichen oder kann Weiß mit einer gezielten Kombination den ganzen Punkt holen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Taktiktraining und Doppelangriff.








    Nach 1.a3 oder auch einigen anderen Zügen ist die Stellung völlig ausgeglichen.

    Das verführerische 1.Txc6 hingegen scheitert an 1. ... Df6. Wegen der schwachen Grundreihe darf Weiß auf f6 weder mit der Dame noch mit dem Turm schlagen. Nach 2.a3 oder 2.Lf4 gewinnt Schwarz mit 2. ... Dxc6 die Qualität.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Taktik trainieren und Zwischenzug.
    Beispiel 2

    Trotz heterogener Rochaden spricht erneut einiges für eine Punkteteilung. Allerdings ermöglicht das Zusammenspiel von Dame und Läufer diesmal einen gefährlichen Angriff auf den nur durch den König gedeckten Punkt a2.

    Wie soll Weiß auf diese Bedrohung am besten reagieren?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Taktik trainieren und Zwischenzug.








    Mit 1.Sxe6 oder 1.b3 mit vollkommen ausgeglichenem Spiel.

    Nicht zu empfehlen wäre das Turmopfer 1.Th8+ Kxh8 2.Dh1+ mit der Idee auf h7 matt zu setzen. Nach dem überraschenden 2. ... Lh3 3.Dxh3+ Dh6 kann Schwarz den Mattangriff abwehren und verbleibt mit einer Mehrqualität.

  • Fazit

    Die beiden Beispiele zeigen einen gewissen Zusammenhang zwischen Spielstärke und motiv­theoretischem Wissen.

    Das erste Turmopfer 1.Txc6 (Zerstörung der Königsstellung) wird ebenso wie das zweite 1.Th8+ (Hineinziehung) häufiger gefunden als die Züge 1. ... Df6 (Doppelangriff) und 1. ... Lh3 (Räumung).

    Ich würde die Züge 1.Txc6 und 1.Th8+ aus motivtheoretischer Sicht auch nicht als falsch bezeichnen, sondern als unzutreffend. Minimale Stellungsveränderungen wie etwa wBauer auf a3 statt auf a2 im ersten und zusätzlicher sBauer auf g4 im zweiten Diagramm und schon wären die Turmzüge gewinnbringend.

    Wer 1.Txc6 gespielt hat und beim zweiten Beispiel deshalb richtig lag, weil er nach dem Studium der Lösung des ersten Beispiels diesmal auf eine Überraschung vorbereitet war, kann bereits auf eine erste positive Trainingserfahrung zurückblicken.

Beispiel 1
Beispiel 2

Warum ist Taktik so wichtig?

Weil Taktik uns ständig begleitet. Taktik wird Teil des Spiels, sobald Figuren aufeinander Wirkung ausüben und bleibt es solange Matt theoretisch noch möglich ist.

Schon nach den drei Eröffnungszügen 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 bedroht der Lc4 den nur durch den König gedeckten Punkt f7, während die Springer auf f3 und f6 die Zentrumsbauern e4 und e5 im Visier haben. Schwarz muss auch mit dem Zug 4.Sg5 rechnen, wonach die taktischen Komplikationen einen ersten Höhepunkt erreichen würden.

Allein daran sieht man, welche Bedeutung Taktik bereits unmittelbar nach Spielbeginn hat.

Ein einziger Fehler kann entscheidend sein

Es gibt Sportarten bei denen lange Konzentration gefordert ist. Ein Match im Tennis etwa kann mehrere Stunden dauern, aber ein einzelner Fehler hat insgesamt geringes Gewicht. Dann gibt es Sportarten, bei denen ein einzelner Fehler großes Gewicht hat, beim Schifahren zum Beispiel, weshalb extreme Konzentration erforderlich ist, allerdings nur für kurze Zeit.

Schach ist eine Mischung aus beidem. Die Partien können lange dauern und jeder taktische Fehler kann sofort entscheidend sein.

Zu kompliziert? Unlösbar?
Fast immer sieht es nur so aus!

Ob ein Beispiel, das tatsächlich ja auch immer eine reale Situation in einer Partie sein könnte, als schwierig empfunden wird, hängt sehr vom motivtheoretischen Wissen ab.

Kennt man das Motiv, sieht man die Lösung meistens sehr rasch. Wie oft kommt es vor, dass man in der (Computer)Analyse zu Hause die eine oder andere verpasste Chance findet, von der man das Gefühl hat, das hätte man auch sehen können.

Motivtheoretisches Wissen lässt sich hervorragend trainieren.


Vom Einfachen zum Schwierigen

Um komplexere Stellungen richtig beurteilen zu können, sind grundlegende Kenntnisse unerlässlich.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Bauernendspiele und Studien.
    Beispiel 3

    König und Bauer gegen König. Grundlagentraining mit geringstmöglicher Materialverteilung.

    Einen Freibauern zu bilden und ihn zur Dame zu führen ist eines der wichtigsten Ziele im Endspiel.

    Gelingt die Umwandlung des Bauern in eine Dame oder endet die Partie remis?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Endspieltraining und Opposition.








    Weiß gewinnt indem er den König so vor seinen Bauern bringt, dass Schwarz nicht die Opposition erreichen kann.

    Weiß braucht stets drei Züge um nach d4, c4 oder b4 zu kommen. Schwarz braucht nach d6 (über d7) und c6 jeweils drei Züge, nach b6 aber vier. Deshalb: 1.Kc2 Ke7 2.Kb3 Kd6 3.Kb4 Kc6 4.Kc4 Kb6 5.Kd5 1-0.

  • Schwarz am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema Turmendspiel trainieren.
    Beispiel 4

    Grundlagentraining Turm und Bauer gegen Turm.

    Verglichen mit anderen Endspielen sind die Rettungschancen mit einem Bauern weniger im Turmendspiel relativ hoch. Hier ist der schwarze König allerdings schon an den Rand gedrängt.

    Kann Schwarz sich trotzdem retten?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema Turmendspiel trainieren.








    Ja. Allerdings nur mit 1. ... Th7. 2.Tg2 Tb7+ 3.cxb7 patt.

    3.Kc5 Tb1 führt ebenfalls zu remis, weil der schwarze Turm immer von der Grundlinie Schach geben kann.

    Die passive Verteidigung 1. ... Th8 verliert nach Tg2-g7-b7+ und dann Ta7.

  • Fazit

    Im ersten Diagramm ist verblüffend, dass die Seiten und Diagonalen eines Schachbretts gleich lang sind. Das weicht von der mathematischen Betrachtung eines Quadrats deutlich ab. Deshalb macht es tempomäßig keinen Unterschied, ob sich der weiße König diagonal oder entlang einer geraden Linie bewegt.

    Im zweiten Diagramm ist die Verteidigungsidee mit patt die einzige Möglichkeit die Partie noch zu retten.

    Um die beiden Beispiele erfolgreich lösen zu können, braucht es zweierlei:

    Erstens eine grundlegende Sachkenntnis: "Wenn die Könige in Opposition stehen, ist der Partieausgang vom Zugrecht abhängig." bzw. "Passive Verteidigung mit dem Turm auf der achten Reihe ist nur bei a-,b-,g- und h-Bauer erfolgreich."

    Zweitens eine Idee mit der man sein Ziel erreicht: "Den scheinbar längeren Weg nehmen schadet nicht." bzw. "Patt ist eine Rettungsmöglichkeit."

Beispiel 3
Beispiel 4

Die 2W: Wissen und Werkzeuge

Es macht Sinn Stellungen zu kennen, die man mit einem einzigen Blick richtig beurteilen kann ("Wissen"). An diesen Stellungen kann man sich orientieren und so rasch zu einer fehlerfreien Einschätzung der Lage kommen.

Ebenso notwendig ist aber auch das Verstehen der in diesen Stellungen zum Ziel führenden Verfahren ("Werkzeuge").

Je mehr solcher Stellungen und Verfahren man kennt, desto wahrscheinlicher ist es, knifflige Situationen im Endspiel gut zu meistern.

Die wichtigsten Stellungen und Verfahren lassen sich rasch erlernen.


Positionelle Bilder

Besonders einprägsame Situationen mit überwiegend positionellem Charakter, in denen ein bestimmtes strategisches Motiv verwirklicht wird, nennt man "Positionelles Bild".

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Strategie trainieren und Verteidigung.
    Beispiel 5

    Weiß hat die besseren Leichtfiguren, Schwarz etwas mehr Raum im Zentrum. Beide Seiten wären grundsätzlich in der Lage am Damenflügel die Stellung zu öffnen.

    Was soll Weiß spielen?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Strategie trainieren und Verteidigung.








    1.a5. Der Bauernzug verhindert, dass die aktivste weiße Leichtfigur, der Sc4, vertrieben wird.

    Weiß kann den König nach e2 bringen und hat die Möglichkeit die Stellung sowohl am Damenflügel als auch am Königsflügel zu öffnen.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Strategietraining und Qualitätsopfer.
    Beispiel 6

    Weiß übt Druck gegen d4 und c7 aus. Im eigenen Lager gibt es die Felderschwäche auf c3, die Schwarz später einmal für seinen Springer nutzen könnte.

    Wie soll Weiß den Angriff auf seinen Turm beantworten?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Strategietraining und Qualitätsopfer.








    Mit dem positionellen Qualitätsopfer 1.Sxd4.

    Nach 1. ... Lxc6 2.Sxc6 hat Weiß angesichts des starken Springers auf c6, des hängenden Bauern auf a7 und der taktischen Drohung Sd2 gute Gewinnchancen. 1.Tc2 c5 ergibt keinen Vorteil.

  • Fazit

    Im ersten Beispiel deckt der Springer den Bauern und der Bauer schützt durch sein mögliches En-passant-Schlagen den Springer. Das harmonische Zusammenwirken dieser beiden Figuren ist eines von vielen typischen positionellen Bildern.

    Im zweiten Beispiel stellt sich die Frage nach der Kompensation für die Qualität. Voraussetzung ist die Kenntnis dieses strategischen Motivs, sodass der Turm nicht automatisch weggezogen wird, wenn ihn eine Leichtfigur angreift.

    Die grobe Regel: "Ein Bauer für die Qualität ist ein bisschen zu wenig, zwei Bauern sind ein bisschen zu viel." trifft es hier ganz gut. Mit Springer und nur einem Bauern gegen den Turm braucht Weiß zusätzliche Kompensation. Das ist auch vollkommen zutreffend für diesen Fall. Der starke Sc6, die taktische Drohung Sd2 und der hängende Bauer auf a7 sind mehr als ausreichend.

Beispiel 5
Beispiel 6

Strategische Motivtheorie

Beide Diagramme sind Musterbeispiele strategischer Motivtheorie und erleichtern die Stellungsbeurteilung und Planfindung in der Praxis enorm.

Strategische Motive kann man ebenso erlernen wie taktische.

Weil die Lösung von strategischen Beispielen in der Regel nicht zu Matt, Damengewinn oder Mehrfigur führt, werden strategische Entscheidungen irrtümlicherweise oft als weniger Spiel entscheidend wahrgenommen.

Positionelle Bilder kann man sich wegen ihrer Auffälligkeit leicht einprägen.


Spezielle Trainingsthemen

Es gibt nichts, was man nicht trainieren kann.

Kaum ein Sprichwort ist so zutreffend für Schach wie "Wer die Wahl hat, hat die Qual." Jeder Zug ist eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen und will wohlüberlegt aber dennoch relativ rasch getroffen werden.

Bei sogenannten "Decision-Aufgaben" geht es darum zu entscheiden, welcher der angebotenen Züge der bessere ist.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema Decision Aufgabe mit Grundlinienmatt.
    Beispiel 7

    Auffällig ist die durch das Fehlen des Fianchettoläufers geschwächte schwarze Königsstellung. Der letzte Zug Df6 holt die Dame zur Verteidigung heran und zielt auf die gegnerische Grundlinienschwäche.

    Wie soll Weiß seinen Angriff nun fortsetzen?
    Mit a) 1.h4 oder b) 1.Ld4

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit dem Trainingsthema Decision Aufgabe mit Grundlinienmatt.








    Mit a) 1.h4. Der König hat dann ein Luftloch und es droht 2.Ld4.

    Das naheliegende 1.Ld4 deckt zwar die Mattdrohung auf a1 und auch die Dame auf f6 kann nicht wegziehen, Schwarz kontert aber mit 1. ... g5, wodurch die Dame auf h6 angegriffen wird und gleichzeitig Tc1 matt droht: 0-1.

  • Weiß am Zug
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen positionelles Training und Zugzwang.
    Beispiel 8

    Bei einer Stellung, die trotz großen Materialnachteil remis gehalten werden kann, spricht man von einer Festung. Diese Position ist aber keine.

    Mit welcher Leichtfigur auf f5 lässt sich die Festung knacken?
    Mit a) einem Springer oder b) einem Läufer?

  • Lösung
    Schachdiagramm für Schachtraining mit den Trainingsthemen Positionsgefühl und Festung.








    Mit a) einem Springer. Nach 1.Sd4 Ka8 2.Sc6 bxc6 3.Kc7 gewinnt Weiß.

    Die symmetrische Idee Sa6 gewinnt ebenfalls. Mit einem Läufer auf f5 wäre die Stellung remis. Auf 2.Lc6 muss Schwarz den Läufer nicht nehmen sondern spielt einfach wieder 2. ... Kb8.

  • Fazit

    Das erste Diagramm ist ein gutes Beispiel für überraschende Konter. Gegenangriff ist neben Abtausch eine der wichtigsten Verteidigungsmethoden. Motivtheoretisch gesehen ist der Zug 1. ... g5 ein einfacher Doppelangriff auf die Punkte c1 und h6, aber natürlich nicht leicht zu sehen, wenn man mit dem Motiv nicht vertraut ist.

    Das zweite Diagramm beschäftigt sich mit dem Thema Festung. Manchmal gelingt es der materiell schwächeren Seite eine uneinnehmbare Festung zu bauen. So wäre die Stellung mit einem schwarzfeldrigen weißen Läufer leicht remis, weil der König nicht aus der Ecke vertrieben werden könnte. Die Kenntnis solcher Festungen kann helfen sich zu retten oder Fehler bei der Vorteilsverwertung zu vermeiden.

    Konterspiel und Festungsbau sind nur zwei von zahlreichen Themenfeldern, bei denen Spezialtraining mit verschiedensten Aufgabenstellungen ganz gezielt zur Verbesserung des eigenen Spiels eingesetzt werden kann.

Beispiel 7
Beispiel 8

Praxisnahes Training

Erfahrungsgemäß ist Zeit ein wichtiger Faktor im Trainingsalltag. Je weniger Zeit vorhanden ist, desto notwendiger ist ein optimales Zeit- und Qualitätsmanagement beim Trainieren.

Wohlüberlegte zusätzliche Angaben zu Beispielen, etwa über den Ausgang der Partie, über Motive oder Pläne können im praktischen Training hilfreich sein und je nach Trainingsgebiet, Spielstärke und Wissensstand ganz individuell variiert werden.


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